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So romantisch stellen sich viele die Wohnsituation in Brasiliens Flußregionen vor.
Malerische Hütten am Ufer des Meeres oder in einem friedlichen Flußdelta. Leben in Harmonie mit der Natur.
Aber die Realität sieht leider ganz anderst aus.
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Material zum Hausbau ist nicht erschwinglich für die Armen der Bevölkerung (über 80% leben in der unbeschreiblichsten Armut). So werden die primitiven Hütten an den Flußufern des RioNegros und Amazonas auf abenteuerliche Weise improvisiert. Eine Mischung aus Wellblech, alten Holzbrettern und der Plastikfolie aus Müllsäcken muß ausreichen, um etwas zum Wohnen zu errichten.
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Angeschwemmte Baumstämme dienen als Pfähle zum Unterbau, da alle Hütten sehr hoch gebaut werden müssen. Der Fluß steigt zur Regenzeit in bestimmten Gebieten des Amazonas um bis zu 7 Meter an. Diese einfachen Pfahlbauten werden überwiegend von den Cabocolos (Mischlinge aus portugisischer und indianischer Abstammung) bewohnt.
Wir schauen immer nur auf das, was uns fehlt, statt auf auf das zu schauen, was wir haben ! [Paul Tournier]
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Durch die schnell wachsende Bevölkerung in den Städten herrschen dort ebenfalls unvorstellbare Wohnbedingungen. Es strömen immer mehr Menschen aus den ländlichen Gegenden in die Ballungszentren in der Hoffnung auf Verdienstmöglichkeiten. Sie ziehen los in die Stadt und errichten als anfängliches Wohnprovisorium eine Armenhütte in dem Glauben, in Kürze in ein richtiges Haus umzusiedeln.
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Nur die Wenigsten schaffen diesen Schritt tatsächlich. Fließend Wasser gibt es so gut wie nicht. Eine Kanalisation und sanitäre Anlagen sind sogut wie unbekannt. Kinder spielen direkt neben den Kloakenkanälen Fußball mit einem aus Zeitung und Klebestreifen gebastelten Ball. Da hier auch fast 5 Monate im Jahr der Fluß bis zu 7 Metern steigt, sind alle Bauten auf haushohe Pfähle gestellt.
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Die Armut am Rio Negro ist unbeschreiblich. Die Menschen dort wohnen unter Bedingungen, die normal für menschliches Existieren nicht akzeptabel sind. Die Bauten sind wirklich auf primitivstem Niveau. Aber die Menschen kennen es nicht besser und fügen sich so ihrem Schicksal.
Das Leben in der Isolation ist für die Cabocolos das größte Problem. Krankheiten breiten sich schnell aus, da sanitäre Anlagen oder Kanalisation fehlen.
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An das Leben mit dem Fluß sind die Menschen seit jeher gewöhnt. In der 4 monatigen Regenzeit tritt der Fluß über die Ufer und der Wasserpegel steigt um bis zu 7 Meter an. Das Flußbett weitet sich um hunderte von Kilometer in die Wälder und Landregionen aus und zieht alles in seinen Bann. In dieser Zeit ist keinerlei Ackerbau möglich und zu ernten gibt es auch nicht viel. Nur karge Ernten auf höher gelgenen Gebieten sind für einige Menschen möglich.
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Die Innenausstattung der Hütten ist sehr karg. Es gibt praktisch keinerlei Möbelstücke, die den Innenraum zieren. Zum Schlafen dienen alte Hängematten, aber die besitzen auch nur die Menschen, die schon einmal ein wenig Geld verdient haben. Die meisten schlafen auf Zweigen oder getrocknetem Schilf auf dem Boden.
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Ein "Badezimmer" oder eine "Toilette" gibt es ebenfalls nicht. Der Fluß wird zum Waschen und Duschen verwendet, obwohl dieser bereits Flußaufwärts verunreinigt wurde und so vieles an Abwässer der Städe mit sich führt. Somit haben die Flußbewohner keine Möglichkeit, unter hygienischen Bedingungen zu leben.
Der Weg zum Arzt oder ins Krankenhaus bedeutet eine mehrtägige Reise im Boot. So können selbst leichte Erkrankungen lebensbedrohlich sein.
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Pfarrer Wüsts Initiative hat für dieses Problem eine Funkstation mit 30 Empfangssendern errichtet, aber es fehlt noch die Anbindung von vielen Dörfern.
Durch die leichte und luftige Bauweise, stürzen zur Regenzeit unter den extremen Hochwasserbedingungen auch viele der Pfahlbauten ein. Schon viele Menschen sind zu dieser Zeit durch solche Unfälle zu Schaden oder sogar zu Tode gekommen.
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Lassen Sie nicht zu, daß die Menschen wie Tiere hausen müssen.
Unterstützen sie unsere Hilfsorganisation mit einer Spende und wir werden die Bewohnen mit dem bitter benötigten Baumaterial für massivere Häuser versorgen.
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